Miserable Bedingungen für Erneuerbare Energien in Ostösterreich

 

Häupl, Nissl und Pröll entscheiden jetzt selbst, wie viel Atomstrom in ihren Netzen fließt

Umweltverbände kritisieren miserable Bedingungen für Erneuerbare Energien in Ostösterreich

Strom aus Wind, Biomasse, Sonne und Kleinwasserkraft kann den derzeitigen Anteil von über 10% Atomstrom in den österreichischen Netzen ohne weiteres verdrängen, wenn die politischen Rahmenbedingungen stimmen. Bis Ende März müssen die Landeshauptleute neue Mindestpreise für Strom aus Ökoanlagen (Einspeisetarife) verordnen. Das ist die beste Chance, die Stromversorgung aus sauberen heimischen Energiequellen zu forcieren und damit die Atomstromimporte zu verdrängen.
Statt jedoch mit Rahmenbedingungen auf Europaniveau die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, wollen die östlichen Bundesländer etwa für Strom aus Windenergie die schlechtesten Preise in ganz Europa verordnen, kritisieren die Umweltverbände Greenpeace, Global 2000, OÖ Plattformen gegen Atomgefahren, IG Windkraft, Arge Erneuerbare Energien und der Österreichische Verein zur Förderung von Kleinkraftwerken.

Während einige Bundesländer wie Kärnten und Vorarlberg schon recht passable Einspeisetarife festgelegt haben, gehen die Entwürfe im Osten in eine völlig andere Richtung: Mit 7 Cent oder 96,3 Groschen pro kWh ist Niederösterreich das Schlusslicht nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa. Im Schnitt zahlt man in Frankreich, Portugal, Schweiz, Griechenland, Deutschland und in den anderen Ländern mit festgelegten Mindestpreisen 115 bis 125 Groschen. Das Burgenland plant mit etwa einem Schilling für Windstrom etwas bessere Tarife: das gibt europaweit den vorletzten Platz. Wien hat nach anfänglich recht positiven Signalen die Verordnung auf Eis gelegt. Man hofft auf eine Regelung durch den Bund. Ob und wann eine solche Regelung kommt, steht in den Sternen.

Während weltweit auch in absoluten Zahlen gesehen der Windkraftanteil stark wächst und der Atomstromanteil sinkt, ist das in Österreich wegen der Stromimporte gerade umgekehrt. Was das Fass zum Überlaufen bringt: Eine mangelhafte Stromkennzeichnung in diesen Bundesländern gaukelt trotz beträchtlicher Atomstromanteile der Stromversorger den Verbrauchern vor, dass sie sauberen Strom beziehen.

Wir fordern, dass die Rahmenbedingungen an europäische Standards angepasst werden: ein Referenzertragsmodell, wie es in Deutschland, Frankreich und Portugal besteht, und das bei NÖ Verhältnissen ca. ATS 1,20 bzw im Burgenland ATS 1,50 vorsieht.


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Häupl, Nissl und Pröll entscheiden jetzt selbst, wie viel Atomstrom in ihren Netzen fließt
Umweltverbände kritisieren miserable Bedingungen für Erneuerbare Energien in Ostösterreich

Mi, 13. März: Strom aus Wind, Biomasse, Sonne und Kleinwasserkraft kann den derzeitigen Anteil von über 10% Atomstrom in den österreichischen Netzen ohne weiteres verdrängen, wenn die politischen Rahmenbedingungen stimmen. Bis Ende März müssen die Landeshauptleute neue Mindestpreise für Strom aus Ökoanlagen (Einspeisetarife) verordnen. Das ist die beste Chance, die Stromversorgung aus sauberen heimischen Energiequellen zu forcieren und damit die Atomstromimporte zu verdrängen.
Statt jedoch mit Rahmenbedingungen auf Europaniveau die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, wollen die östlichen Bundesländer etwa für Strom aus Windenergie die schlechtesten Preise in ganz Europa verordnen, kritisieren die Umweltverbände Greenpeace, Global 2000, OÖ Plattform gegen Atomgefahren, IG Windkraft, Arge Erneuerbare Energien Wien-Niederösterreich, Eurosolar und der Kleinwasserkraft Verband ÖVFK.

"Die wirkungsvollste Maßnahme gegen Atomkraftwerke heißt: Atomstrom durch erneuerbare Energien verdrängen! Es ist ungeheuerlich mitanzusehen, wie unsere Politiker offiziell gegen Temelin wettern, zuhause jedoch alles unternehmen, um die am raschesten umsetzbare Alternative zur Atomkraft, die Windenergie, klein zu halten.", ärgert sich Mag. Ursula Holzinger, Juristin der IG Windkraft. "3.000 Niederösterreicher, Burgenländer und Wiener sind an den rund 120 Windkraftanlagen in Ostösterreich beteiligt, die Strom für die Hälfte aller burgenländischen Haushalte liefern. Sie fühlen sich jetzt vor den Kopf gestoßen. Pröll, Nissl und Häupl entscheiden heute, wo morgen unser Strom herkommt."

Während einige Bundesländer wie Kärnten und Vorarlberg schon recht passable Einspeisetarife festgelegt haben, gehen die Entwürfe im Osten in eine völlig andere Richtung: Mit 7 Cent (96,3 g) pro kWh ist Niederösterreich beispielsweise bei der Windenergie das Schlusslicht nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa. Im Schnitt zahlt man in Frankreich, Portugal, Schweiz, Griechenland, Deutschland und in den anderen Ländern mit festgelegten Mindestpreisen 115 bis 125 g (8,36 bis 9,1 Cent). Besonders peinlich ist zudem, dass selbst Tschechien für Windstrom umgerechnet 124 g (9,01 Cent) bezahlt. Das Burgenland plant mit etwa einem Schilling für Windstrom etwas bessere Tarife: das gibt europaweit den vorletzten Platz. Aber auch bei der Biomasse und für Solarstrom bekommt man im Osten deutlich weniger als im Rest von Österreich. Wien hat nach anfänglich recht positiven Signalen die Verordnung auf Eis gelegt. Man hofft auf eine Regelung durch den Bund. Ob und wann eine solche Regelung kommt, steht in den Sternen.

"Weltweit wächst der Windkraftanteil auch in absoluten Zahlen gesehen enorm und der Atomstromanteil ist sogar am sinken. In Österreich ist das wegen der Stromimporte gerade umgekehrt. Was das Fass zum Überlaufen bringt: Eine mangelhafte Stromkennzeichnung in diesen Bundesländern gaukelt trotz beträchtlicher Atomstromanteile der Stromversorger den Verbrauchern vor, dass sie sauberen Strom beziehen." betont Mag. Erwin Mayer, Energieexperte von Greenpeace.
"Anstatt Atomstrom zu verhindern, haben die Landeshauptleute Pröll, Nissl und Häupl bisher hauptsächlich Ökostrom behindert. Mit Einspeisetarifen auf europäischen Niveau Mit Einspeisetarifen auf europäischem Niveau müssen die Landeshauptleute beweisen, dass Ihre Anti-Atompolitik mehr ist als nur ein moralisierender Fingerzeig auf Tschechien." fordert Dr. Heinz Högelsberger, Atomreferent von Global 2000.


Informationen und Bildmaterial auf www.igwindkraft.at oder
Mag. Ursula Holzinger, IG Windkraft: 02742/ 21 9 55; 0676/84334576
Mag. Erwin Mayer, Greenpeace: 01/ 54545800; 0664/2700441, Dr. Heinz Högelsberger, Global 2000: 01/81257300


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