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Defizite in Hochwasserprävention - sonst WKÖ-Bestnoten für Umweltschutz
Wien/Alpbach - Österreich zähle in der EU zweifellos zu den Ländern mit den größten
Umweltschutz- und Nachhaltigkeitserfolgen, urteilte die Wirtschaftskammer Österreich
(WKÖ) anlässlich der nachhaltigen Entwicklung in Johannesburg. Zur Untermauerung dieser
Aussage wurden 14 internationale Ländervergleiche zu einem
"Nachhaltigkeitsranking" zusammengeführt. Österreich nehme darin - trotz aller
interpretationsbedürftigen Einzeldaten - mit Dänemark den Spitzenplatz in der EU ein, so
die WKÖ. Die nächsten Plätze belegen Deutschland, Schweden und Finnland.
Stärken im nachhaltigen Wirtschaften attestiert die Kammer unter anderem beim Anteil
erneuerbarer Energieträger an der Stromproduktion ("Wasserkraft"), beim
Recycling, in der Biolandwirtschaft, dem Umweltmanagement, dem überdurschnittlichen
Umweltbewusstsein der Bevölkerung oder den Umweltinvestitionen gemessen am
Bruttoinlandsprodukt.
Die Schwächen liegen laut Kammer im Klima- und Hochwasserschutz und in der Deponierung.
In Sachen Klimaschutz seien die Treibhausgasemissionen - im Gegensatz zu den Kioto-Zielen
- seit 1990 um mehr als neun Prozent gestiegen. Die Nagelprobe sei nun, ob die von der
Regierung versprochenen Zusatzmittel von schrittweise bis zu 80 Mio. Euro jährlich, etwa
für thermische Sanierungen, auch in die konkreten Budgets aufgenommen werden, sagte
Stephan Schwarzer, Chef der WKÖ-Umweltabteilung. Beim Hochwasserschutz komme es teils
bereits zu Rückbauten der Flussregulierungen. Es müsse jedoch mehr Gebiete geben, in
denen möglichst "ungefährliche" Überflutungen möglich sind.
Kritik von NGOs
Scharfe Kritik an den - absehbar - unverbindlichen Erklärungen von Johannesburg kam am
Montag von WWF, Global 2000, Greenpeace und Attac. Gefordert wird unter anderem eine
ökologische Steuerreform und eine globale Rahmenvereinbarung für ein
Umwelthaftungsrecht. Gerd Leipold, Chef von Greenpeace International sagte in Alpbach:
"Man kann die Geschicke der Welt nicht in die Hände von ein paar internationalen
Multis legen und sie bei Umweltschäden, die sie verursachen, einfach laufen lassen."
WWF und Global 2000 kritisierten insbesondere das Fernbleiben von Kanzler Wolfgang
Schüssel in Johannesburg. "Österreich sollte gerade beim Umweltgipfel Vorreiter
sein und nicht die negative Ausnahme."
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