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Strittige Kernfragen auch am zweiten Tag des Weltgipfels ungelöst:
BMW beim Umwelt-Gipfel: Der Autohersteller forderte den Ausbau einer weltweiten
Infrastruktur für die Produktion von Wasserstoff-Autos...
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Johannesburg - Am zweiten Tag des UN-Weltgipfels in Johannesburg sind die Beratungen über
noch strittige Kernfragen nach Angaben der deutschen Delegation kaum vorwärts gekommen.
"Es ist sehr wenig Bewegung erkennbar", hieß es aus der Delegation. Die
Vereinten Nationen zeigten sich am Dienstag vorsichtig optimistisch über erste
Annäherungen in umstrittenen Punkten. Die Verhandlungen verliefen in einer
"konstruktiven" Atmosphäre, sagte UN-Sprecherin Susan Markham auf dem Gipfel.
Zu den offenen Kernfragen zählen die Agrarsubventionen, die nach Ansicht der
Entwicklungsländer fairen Wettbewerb verzerren. Strittig ist auch der Bereich Energie.
"Subventionen müssen von der Produktion abgekoppelt werden. Es muss einen offenen
Markt für die Entwicklungsländer geben", forderte John Evans vom gewerkschaftlichen
Beraterstab der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).
Starre Haltung der USA kritisiert
Wiederholt wurde von Teilnehmern die starre Haltung der USA kritisiert. Bundeskanzler
Gerhard Schröder (SPD) forderte sie zu mehr Engagement für den Umweltschutz auf. Sie
dürften "nicht länger abseits stehen" beim weltweiten Klimaschutz, wie er mit
dem Kyoto- Protokoll vereinbart wurde, sagte der Kanzler bei einem Wahlkampfauftritt am
Montagabend in Erfurt. Dafür wolle sich die Bundesregierung einsetzen. Eine Konsequenz
aus den riesigen Hochwasser-Schäden in Deutschland sei: "Wir müssen mehr als in der
Vergangenheit sorgsam mit den natürlichen Lebensgrundlagen umgehen."
Weltbank warnt vor Flutkatastrophen
Die Weltbank warnte angesichts der verheerenden Hochwasser in Europa und Asien vor einer
Zunahme immer schlimmerer Flutkatastrophen. Wetterextreme würden künftig wegen der vom
Menschen maßgeblich mitverursachten globalen Erwärmung häufiger wiederkehren und immer
schlimmer ausfallen, sagte der Weltbank-Chefwissenschaftler Robert Watson. Der Klimawandel
werde am härtesten die Ärmsten der Armen treffen. Er könne zur Vertreibung von
dutzenden Millionen Menschen führen, die vor steigenden Meeresspiegeln flüchteten.
Dürren und Hochwasser immer schneller
Die Zeit für den Übergang ins "Wasserstoff-Zeitalter der Menschheit" sei
gekommen, sagte der BMW-Direktor für Umweltschutz, Manfred Heller, am Rand des Gipfels
vor Journalisten. BMW teste derzeit das "Null-Liter-Auto" mit
Wasserstoffantrieb, das statt Kohlendioxid nur Wasser ausstoße.
Watson - einst Vorsitzender des wissenschaftlichen UN-Klimarates (IPPC) - warnte, in einer
immer wärmer werdenden Welt würden Dürren und Hochwasser immer schneller auftreten.
Habe es sie früher in diesem Ausmaße nur alle 500 Jahre gegeben, sei künftig alle 200
oder sogar nur 100 Jahre damit zu rechnen. Die Frage sei nicht mehr, ob sich das Klima
durch menschliches Verschulden ändere, sondern nur noch wie schnell, in welchem Ausmaße
und wo das geschehen werde. eDr menschliche Eingriff in das Klima müsse zurückgefahren
werden.
Die Emission des Treibhausgases Kohlendioxid müsse dringend reduziert werden. Die
Durchschnittstemperatur in den kommenden 100 Jahren werde laut Berechnungen zwischen 1,4
und 5,8 Grad steigen, sagte Watson. Insgesamt werde es mehr Regen geben als bisher. Dieser
werde aber in ohnehin "nassen" Regionen fallen. In den Tropen und Subtropen
werde der Klimawandel zu mehr Trockenheit führen.
Zahl der Teilnehmer blieb hinter Erwartungen zurück
Der am Vortag eröffnete Gipfel vereint so viele Länder wie nie zuvor bei einer Konferenz
der Vereinten Nationen. Fast die ganze Welt ist in Johannesburg präsent: 190 der 195
existierenden Staaten haben nach UN-Angaben Delegationen entsandt. Nur der Tschad, San
Marino, St. Vincent und die Grenadinen, Nauru und Turkmenien fehlen bei der größten
Konferenz in der UN-Geschichte. Erwartet werden 104 Staats- und Regierungschefs. Die
Akkreditierung läuft indes schleppend. Die Zahl der Teilnehmer am Weltgipfel und seinen
Nebenveranstaltungen ist bislang deutlich hinter den Erwartungen zurück. Die
ursprünglich erwartete Zahl von 65.000 Teilnehmern dürfte nicht erreicht werden.
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